Einführung

Die Österreichische Gebärdensprache – abgekürzt ÖGS - gehört zur Sprachfamilie der Gebärdensprachen. Sie ist eine von vielen Gebärdensprachen auf der Welt, die alle nicht Stimmbänder und Sprechwerkzeuge nutzen, sondern Hände und Mimik. Gebärdensprachen sind natürliche und vollwertige Sprachen, d.h. sie sind nicht erfunden, sondern natürlich entstanden. Man kann mit ihnen alles ausdrücken, Witze und Redewendungen genauso wie abstrakte oder philosophische Inhalte. 

Gebärdensprachen sind nicht auf der jeweiligen gesprochenen Landessprache aufgebaut, sondern haben eigene Grammatiken. Auch Gebärdensprachen unterscheiden sich voneinander in der Grammatik. Hier ein Beispiel: Die Amerikanische Gebärdensprache (ASL) und die Britische Gebärdensprache (BSL) sind zwei ganz unterschiedliche Sprachen, auch wenn sowohl in England als auch in den USA Englisch gesprochen wird. Menschen in Hong Kong gebärden völlig anders als die Gebärdensprachgemeinschaft in Spanien.

Wie wir aus der Sprachwissenschaft wissen, haben alle Sprachen die gleichen Funktionen, wie etwa der Austausch von Wissen, Gefühle vermitteln oder seine Intentionen zu kommunizieren. Dies sind grundlegende Funktionen der menschlichen Sprache – egal ob gebärdet oder gesprochen. Sprache ist ein wichtiges Werkzeug in unserem Leben. Es ist daher sehr essenziell eine oder mehrere Sprache(n) fließend zu beherrschen. Grundvoraussetzung ist, dass man diese schon von Klein auf lernt bzw. Zugang hat. Für gehörlose, hörbeeinträchtigte oder schwerhörige Kinder ist es – auch trotz technischer Hilfsmittel –  oft nicht immer möglich eine Lautsprache voll zu hören und damit die Umwelt zu verstehen und zu verarbeiten. Im Gegensatz dazu sind Gebärdensprachen visuelle Sprachen, wodurch hörbeeinträchtigte Kinder die Welt zu 100% sehen und damit begreifen und lernen können.