Fragen gibt es viele.... hier die wichtigsten zum Thema Tiny Signers

1. Wenn ich mit meinem Kind gebärde – verzögert sich dann die Sprachentwicklung (gesprochene Sprache)?
NEIN, ganz im Gegenteil. Nur weil der Sprechapparat anatomisch gesehen noch nicht ausgebildet ist, kann das Kind trotzdem bereits kognitiv Sprache und Kommunikation erlernen. Kommunikation mit den Händen ist eine mögliche Form. Das Kind lernt somit früher das System Sprache zu verstehen und hat mehr Zeit es in allen Facetten auszubauen. Die Sprachentwicklung und die Ausdrucksfähigkeit werden also durch Gebärden sogar verbessert.
 
2. Was ist der Unterschied zwischen Zwergensprache, Baby Sign, Babygebärdensprache und Tiny Signers?
All das sind erfundene Firmen- bzw. Produktnamen. Sie unterscheiden sich im Inhalt. Zwergensprache kommt aus Deutschland und verwendet teilweise erfundene Zeichen und teilweise Gebärden aus der Deutschen Gebärdensprache (DGS). Damit könnte man sich in Österreich mit gehörlosen Menschen zum Beispiel nicht unterhalten. Baby Sign stammt aus Amerika und verwendet je nach Anbieter Gebärden aus der Amerikanischen Gebärdensprache (ASL) oder möglicherweise auch erfundene Zeichen. Tiny Signers bei kinderhände verwendet keine erfundenen Zeichen oder vereinfacht Gebärden, sondern alle Gebärden stammen aus einer richtigen Fremdsprache – der Österreichischen Gebärdensprache. Falls Sie oder Ihr Kind später also einmal die ÖGS erlernen möchte (mit all seiner Grammatik) bzw. sich mit gehörlosen Menschen unterhalten wollen, ist das überhaupt kein Problem. Unsere Credo ist: Besser richtig lernen, als mühsam umlernen... und warum das Rad neu erfinden wenn es dieses schon gibt (und es auch noch lang erprobt ist :)
 
3. Wie oft soll ich die Gebärden verwenden?
So oft als nur irgendwie möglich. Nicht nur einmal in der Woche, nicht nur einmal am Tag. Besonders am Anfang sollte man lieber weniger Gebärden verwenden, aber diese so oft und regelmäßig wie möglich. Vergleich: Wie oft verwenden sie ein bestimmtes Wort – z.B. Essen, Schnuller, Hund, ... – pro Tag? Genauso oft oder besser noch öfter sollten Sie die Gebärden (für die Sie sich zu Beginn entschieden haben) verwenden.
 
4. Wie viele Gebärden soll ich anfangs verwenden?
Das ist ganz egal. So viele oder wenig wie man will. Wichtig ist nur, dass man sie so regelmäßig und oft wie möglich am Tag verwendet. Daher ist es meist hilfreich (um sich selbst nicht damit zu überfordern) lieber mit 3 – 5 Gebärden zu beginnen und diese dann auszubauen.
 
5. Wann beginnt mein Kind zu gebärden?
Das ist genauso wie beim Lernen des Sprechens von Kind zu Kind verschieden. Es gibt Babys, die bereits mit 7 - 8 Monaten zu gebärden beginnen, manche erst mit 12 -14 Monaten. Wenn das Kind aber „Baba!“ oder „Bitte!“ zu zeigen beginnt oder sehr bewusst auf Dinge hindeutet, sollte es nicht mehr lange dauern. Der erste Schritt zum Gebärden ist gemacht!
 
6. Was mache ich, wenn mein Kind die Gebärde anders zeigt als ich?
Kinder können bestimmte Fingerstellungen noch nicht durchführen und ihre Wahrnehmung der Gebärde ist auch noch nicht so differenziert wie unsere. Dieses langsame Verfeinern ist gleichzusetzen mit dem Erlernen der gesprochenen Sprache. Zuerst noch undeutlich, später immer präziser. Trotzdem würden Sie nie das falsch ausgesprochene Wort „Ba“ statt „Ball“ wiederholen und in Zukunft mit Ihrem Kind immer von „Ba“ reden, oder? Genauso ist es auch beim Gebärden. Sie bleiben bei der korrekten Gebärde, auch wenn ihr Kind zu Beginn noch Variationen davon macht. Verändern Sie die Gebärden, verwirrt dies das Kind und es wird die Gebärde „verlieren“.
 
7. Reicht es, wenn ich als Einzige in der Familie mit meinem Kind gebärde?
Ob es genug ist, ist schwer zu sagen. Es kann natürlich funktionieren, wird aber definitiv um vieles länger dauern bis das Kind die ersten Gebärden zeigt. Möglicherweise beginnt das Kind zu gebärden und erwartet dann natürlich auch von Papa oder Oma, dass es verstanden wird. Daher die Faustregel: Je mehr Personen aus der Lebenswelt des Kindes mitmachen, desto besser! Papa, Tante, Oma, Opa, Freunde, KinderkrippenbetreuerInnen, ... Auch wenn manche Personen nur 3-5 Gebärden erlernen, macht das für die Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit (mittels Gebärden) der Kinder einen riesengroßen Unterschied. Das Kind wird Gebärden verwenden, weil es erkennt, dass es nicht der/die Einzige ist, die sich so ausdrückt.
 
8. Was ist der Unterschied zwischen Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) und Tiny Signers – bzw. zwischen den Spielgruppen mit ÖGS und Tiny Signers?
Tiny Signers Spielgruppen verwenden Gebärden aus der ÖGS, allerdings nicht deren Grammatik. Das heißt, es wird die deutsche Grammatik beibehalten und es werden nur Einzelgebärden gelernt, um mit dem Kind eine alternative Kommunikationsform aufzubauen, bevor es noch sprechen kann. Für alle die sich wirklich für die Sprache ÖGS interessieren, gibt es bilinguale Spielgruppen mit ÖGS. Diese sind vom Erlernen der Gebärden etwas intensiver (man lernt mehr Wortschatz) und werden auch im Team von einer gehörlosen und hörenden TrainerIn geleitet. Beide Sprachen – Lautsprache und ÖGS sind also ständig präsent. Man kann real mit einer gehörlosen Person Kommunikation üben. Die Sprachentwicklung hörender Babys (zuerst Gebärden, dann Sprechen) läuft in beiden Gruppen gleich ab. Allerdings sind die bilingualen Gruppen inklusiv – das heißt gehörlose und hörende Kinder lernen gemeinsam mit- und voneinander.
 
9. Gibt es Material zum Weiterlernen oder zum Üben zu Hause?
JA! Wir arbeiten fleißig an der Produktion stets neuer Spiel- und Lernmaterialien für Kinder. Es gibt den Lernkoffers Mit Händen sprechen - Meine ersten 100 Gebärden zum Anschauen und Nachmachen der speziell für Babys/Kleinkinder und ihre Eltern hergestellt wurde. Zusätzlich gibt es parallel zum Kurs das kinderhände Online Lernportal – in dem nach jedem Kurs die gelernten Vokabel als Video nochmal nachgeschaut werden können. Weitere Lernmaterialien finden Sie in unserem Webshop oder in kinderhände Bibliothek bzw. auf unserer Literaturliste.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben, einfach Email schicken an: info@kinderhaende.at